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Alles in allem war es gut, und es fiel leicht, wieder seine alten Gewohnheiten anzunehmen. Und dennoch… Gelegentlich – beim Putzen der Bar oder dem Fegen des Bodens oder dem Einsammeln leerer Biergläser – ertappte sich Travis dabei, wie er aus dem Fenster zu den felsigen Abhängen des Castle Peak hinaufsah und an den Wind dachte, der vom Berg herunterblies. Wie er ans Reisen dachte. Diese Reise ist vorbei, Travis. Du bist jetzt hier, wo du hingehörst. Er öffnete die Augen und atmete tief ein. Über ihm zischten elektrische Leitungsdrähte. Abfall tanzte die aufgesprungene Oberfläche der Elk Street entlang, zu funkelnden Auguren choreographiert. Ja, er kam. Er drehte das Gesicht in den herannahenden Wind, bereit, seine frische Umarmung zu fühlen, die Möglichkeiten zu erahnen, die auf seinen Schwingen reisten. Die Hirse, die zwischen den Planken des hölzernen Gehsteiges wuchs, erzitterte. Rochen aus Zeitungsseiten schwebten schwerelos über dem Boden. Touristen griffen nach ihren Hüten mit den grellen Produktnamen… …dann senkten sie die Hände und gingen weiter. Eine einzelne, heiße Windbö rollte die Elk Street entlang und erstarb dann in einem schlaffen Luftschwall. Die Drähte hörten auf, ihre Musik zu machen. Die Hirse verstummte. Die Zeitungsrochen landeten auf dem Boden. Schweißtropfen rannen Travis’ Stirn hinunter, und die staubtrockene Luft trank sie und ließ nur eine Salzkruste auf der Haut zurück. Da war kein neues Erwachen, keine Ahnung unendlicher Möglichkeiten. Nur die Sonne, die Zement und Holz und Staub backte, bis alles nach alten, trockenen Knochen roch. Er konnte sich nicht daran erinnern, daß es jemals so heiß gewesen war. Der Himmel war zu hart, das Tal zu leblos. Travis hob die Hand und berührte den polierten Knochen, der an dem Lederband um seinen Hals hing. In die Oberfläche waren drei parallele Linien eingeritzt. Er strich mit dem Daumen darüber. Ja, es war fast so, als wäre er nie weg gewesen. Aber er war weg gewesen. Und nichts würde jemals wieder wie früher sein. Travis seufzte, ließ den Talisman los und ging zurück in den Saloon. Die kühle Luft im Mine Shaft war Balsam für Travis’ Haut. Er begab sich hinter die Bar, griff in den Kühler und nahm sich eine Flasche Root Beer. Er drückte sie gegen die Wange, zuckte bei der kalten Berührung zusammen, seufzte und schloß die Augen. »Weißt du, Travis, die meisten Leute machen die Flasche zuerst auf. Macht das Trinken leichter.« »Die Leute können manchmal so langweilig sein.« Schnaubendes Gelächter ertönte. Travis öffnete die Augen und sah Max, der einen Karton mit Gläsern auf die Bar stellte. »Du bist seltsam, Travis.« »Das ist eine Erleichterung. Eine Minute lang fürchtete ich schon, ich hätte es nicht mehr drauf.« Max rollte mit den Augen und fing an, Gläser auszupacken. Travis verschränkte die Arme, lehnte sich zurück und sah seinem Angestellten bei der Arbeit zu. Max hatte den Saloon in den langen Monaten von Travis’ Abwesenheit gut geführt. Sogar besser als gut. Und während Max offensichtlich stolz auf diese Tatsache war, hatte er an diesem winterlichen Tag im Januar nicht gezögert, Travis die Leitung zurückzugeben. Travis war gern wieder in die Rolle des Saloonwirts geschlüpft. Wie alles andere auch aus seinem alten Leben vermittelte es ihm ein warmes und behagliches Gefühl. Und wie alles andere auch schien es seit seiner Rückkehr anders zu sein. Der Saloon hatte für mehr als zwei Monate Max gehört, ganz egal, was die Hypothekendokumente sagten. Travis griff in eine Schublade, holte ein zusammengefaltetes Stück Papier hervor, legte es auf die Theke und schob es über das von Messereinkerbungen verunstaltete Holz Max zu. Max starrte das Papier an, dann schaute er auf. »Was ist das?« »Sieh selbst.« |